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Wir alle sind immer auf der Suche: Auf der Suche nach Neuheiten, die unser Leben angeblich zu einem Besseren machen. Sei es das intelligenteste Smartphone, die angesagteste Mode oder die stilvollste Inneneinrichtung – unser Verlangen hiesigen Trends zu folgen, die uns von gigantischen Unternehmen vorgegeben werden, ist nahezu grenzenlos. Aber was passiert, wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was schon Oma uns stets eingetrichtert hat? Ihr wisst schon. Dieses „Früher war alles besser!“ Sicher, alles ganz bestimmt nicht – aber in unserer neuen, hektischen und ach so trendbewussten Zeit verlieren wir trotz allem viel zu oft den Fokus auf die schönen Dinge, die mal waren und immer noch sind.

Klassikern wird keine ausreichende Beachtung mehr geschenkt: Wir lassen sie auf Dachböden verstauben, weil wir Angst davor haben, dass sie in der schicken Neubau-Wohnung mit den weißen Wänden, den weißen Böden und der weißen Einrichtung keinen Platz mehr haben. Dieser Gedanke? Ein Fehler! Die alljährliche design.Börse Berlin – für die wir nicht mal in die Wohntrend-Metropole Mailand jetten müssen – belehrt uns mal wieder eines Besseren…

Bereits zum 7. Mal gibt sich unsere wunderschöne Hauptstadt die Ehre als Gastgeber für eine Messe aufzutreten, welche an Individualität und Vintage-Flair nicht zu übertreffen ist: Vom 27. bis zum 29. Januar 2017 verwandelt sich das vierte Stockwerk der Galeria Kaufhof in Berlin am Ostbahnhof – ein ehemaliges DDR Kaufhaus – in ein buntes Paradies für stolze Mainstream-Verfechter, mutige Retrochic-Jäger und aufgeschlossene Inspirations-Sucher.

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Die gebrauchten Designoriginale, die sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten, tragen Spuren aufstrebender Zeiten in sich und lassen uns problemlos in ihre bewegten Geschichten eintauchen: Formschöne 50er-80er Jahre Stilikonen aus Fiberglas oder Kunststoff, die förmlich nach unserer Aufmerksamkeit schreien; leichtfüßige Freischwingermöbel des Bauhaus; noch nie da gewesene Entwürfe kontemporärer Designer und weitere unrenovierte Vintage-Raritäten in Form von historischen Accessoires, außergewöhnlichen Lampen, längst vergessener Technik oder prächtigem Schmuck werden von zahlreichen Ausstellern und Experten auf knapp 3000m2 präsentiert. Namen wie Wagenfeld, Arne Jacobsen oder Verner Panton sind da natürlich keine Seltenheit.

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Kleiner Tipp: früh kommen lohnt sich! Am Freitag nimmt das Spektakel seinen Lauf, ganz nach dem altbekannten Prinzip „first come, first serve“. Die seltenen Originale sind Unikate – was weg ist, ist weg. Wer zur Fraktion der Unentschlossenen gehört, muss sich aber keine Sorgen machen: Bis Sonntag um 18.00 Uhr gibt es die Chance das auserkorene Traumstück zu sich nach Hause zu holen. In die schicke, weiße Neubau-Wohnung zum Beispiel. Julia Knobe

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