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Die Zeit rennt ja bekanntlich und so kommt es, dass das Osterwochenende schon wieder viel zu lange her ist. Auch wenn der Alltag mich wieder hat und meine Gesichtsfarbe leider nicht mehr an sexy Schoko-Brownie erinnert, sondern eher an Vanilletörtchen, kann ich die spanische Sonne und den mallorquinischen Wind quasi immer noch auf meiner Haut spüren. Neben Familienzeit, Ostereiersuche und Entspannung stand an diesem Wochenende aber noch ein besonderes Highlight auf dem Programm: ein Street Food Market in meinem ganz persönlichen Lieblingshafen. Port Adriano.

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Der extravagante Yachthafen, der von niemand anderem als Philippe Starck designt wurde und 2012 seine Pforten geöffnet hat, lud in diesem Jahr bereits zum dritten Mal zu einem kulinarischen Fest ein. Street Food wird nicht nur in Deutschland immer beliebter – die ausgefallenen Food Trucks scheinen auch den Inselbewohnern ausgesprochen gut zu gefallen. Besonders schön war es zu sehen, dass der sonst eher ruhige Hafen sowohl von Einheimischen und Touristen als auch von Yachtbesitzern belebt wurde. Kein Wunder: Bei so viel köstlichen Leckereien bewegt sich sogar die Oberklasse mal von Deck.

So. Zurück zum Essen. Mein großes Problem bei diesen neumodischen Food Markets ist generell immer: Wo fange ich an und wie höre ich wieder auf? Man will ja schließlich nichts verpassen. Kleiner Tipp also an dieser Stelle: Man schnappt sich Begleitung, die mindestens genauso verfressen ist wie man selbst, probiert sich durch jeden Stand und hat am Ende absolut kein schlechtes Gewissen. Man hat ja schließlich alles fair geteilt – inklusive den Kalorien.

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Nachdem wir Mädels also unsere erste Runde gedreht haben, stellen wir fest: Es gibt Burger, noch mehr Burger und – oh, siehe da – Burger. Spontan entscheiden wir uns für den englischen Sightseeing-Bus vor dem sich bereits eine kleine hungrige Meute aufgebaut hat – wo viel los ist, muss es auch schmecken. So jedenfalls unser Gedanke. Zugegeben: Der Burger „Americana“ war jetzt kein Gaumen-Feuerwerk und die Meute war nicht hungrig, sondern durstig und stand dementsprechend nicht für die Burger, sondern für die ziemlich leckeren Cocktails an, die man ebenfalls im Bus kaufen konnte. Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.

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Zu unserer persönlichen Wiedergutmachung gab es daraufhin erstmal ein Glas Wein, den wir bei Bruno’s knallrotem Wägelchen abstauben und der uns auch schon wieder ein wenig versöhnlich stimmt. Nach dem ersten Stillen unserer Grundbedürfnisse, begeben wir uns auf die weitere Nahrungssuche und eine Currywurst, einen Reisteller und ein Pulled Pork Sandwich später – nicht vergessen, wir teilen brav -, widmen wir uns endlich den süßen Dingen des Lebens.

Daher unser next stop: Poffertjes. Die kleinen, zuckersüßen Mini Crepes gibt es klassisch mit Zucker und Butter, mit Nutella, mit Bananen und Dulche de leche und mit Lachs. Wir gehen auf Nummer sicher und wählen die originale Variante – und werden definitiv nicht enttäuscht. Die zuckrige, niederländische Spezialität zaubert uns schlagartig ein breites Grinsen ins Gesicht und voller Begeisterung wenden wir uns nur kurze Zeit später dem pinken Truck von „Anita Cakes“ zu. Unser Objekt der Begierde: CAKE POPS! Und die sind dann wirklich unser i-Tüpfelchen des Abends. Dicker Zuckerguss, verziert mit kleinen Zuckerperlen, umhüllt den unglaublich weichen Schokoteig – mehr braucht es nicht um vier Frauen im siebten Himmel schweben zu lassen.

Fazit: Wir kommen gerne wieder (alleine wegen der Cake Pops) – würden uns aber auf einer spanischen Insel über mehr spanische Spezialitäten freuen. Tapas, Serrano und Chorizo haben wir schmerzlich vermisst und leider vergeblich gesucht. Wer demnächst allerdings eine Reise auf unsere Lieblings-Insel gebucht hat, dem würden wir auch ohne Street Food einen Besuch im Port Adriano wärmstens empfehlen.

Julia Knobe

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