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Kunstunterricht in der Schule? Ein Trauma unsererseits. Auch wenn er nicht ganz so schlimm war wie der Matheunterricht – da hatte Kreativität ja nun überhaupt gar keinen Platz – haben wir uns regelmäßig blamiert. Während die Klassenkameraden Pinselstriche setzten wie junge Picassos, konnten wir froh sein, wenn man unsere Strichmännchen verschiedenen Geschlechtern zuordnen konnte. Ganz frei nach dem Motto: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Während wir also den Deutschstunden entgegengefiebert haben, saß Sameena Jehanzeb vermutlich gebannt im Kunstkurs. Die junge Grafik-/Kommunikationsdesignerin und Illustratiorin hat nämlich ein ausgesprochen seltenes Talent: Sie ist Scherenschnittkünstlerin.

Was für uns der Stift ist, ist für Sameena allerdings nicht die Schere, sondern das Skalpell: Seit 2013 zaubert die lebensfrohe Künstlerin mit Hilfe des kleinen, scharfen Messers voller Geduld feine Motive in etwas, was wir im Nachhinein nicht mehr als schnödes Stück Papier wiedererkennen würden. Ihre favorisierten Themen sind alte Märchen und geheimnisvolle Mythen aus aller Welt – sowohl für ihre wertvollen Scherenschnitte als auch für die originellen Kunstdrucke. Die griechische Göttin Artemis, altnordische Weltenbäume oder drei italienische Grazien. Symbole der Liebe, Meerjungenfrauen oder Schneeköniginnen. Auch für persönliche Wünsche ist Sameena stets offen: Um neue Ideen ist sie nie verlegen und es gibt’s nichts, woran sich die talentierte Designerin nicht traut. Lampenschirme und schwingende Mobiles? Kein Problem!

Was die sympathische Alleskönnerin sonst noch bewegt? Sie betreut zwei streitlustige Katzen, deren Lieblingsplatz ein ungemütlicher Druckerdeckel ist; sie kann nicht ohne einen starken Earl Grey mit einem Schuss Milch und sie schreibt in ihrer Freizeit einen ausführlichen Rezesionsblog für eifrige Leseratten. Unser Fazit: DAS ist Kunst! Und das kann auf keinen Fall weg! Julia Knobe

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